Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen

AGNNW

Arzt und Rechtsmedizin in Bonn

3. Februar 2018 ►

Volles Haus bei der AGNNW-Veranstaltung "Arzt & Rechtsmedizin" in Bonn unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Burkard Madea., Institut für Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Bonn. Dr. Hella Körner-Göbel aus dem Vorstand begrüßt die 120 Teilnehmer im Namen der AGNNW.

27. Januar 2018 ►

Mittels einer sozialräumlichen Analyse konnten die Auoren um Hanefeld in der Großstadt Bochum zeigen, dass die notärztliche Einsatzrate in sozial benachteiligten Stadtteilen sowohl in der Gesamtzahl der Einsätze als auch in der Betrachtung der einzelnen Erkrankungen erhöht ist. Für den Rettungsdienst wird damit einmal mehr eine gesamtgesellschaftliche Problematik erkennbar.
Die absolut lesenswerte Studie schaffte es sogar auf das Titelbild des Deutschen Ärzteblattes und kann kostenlos herunter geladen werden.

http://bit.ly/2FjRIfi

Ketamin, Fentanyl oder Morphin zur Analgesie beim Traumapatienten?

18. November 2017 ►

Welche Substanz ist am besten zur Anwendung geeignet? Dieser Frage gingen die Autoren einer aktuelle Metaanalyse (Vergleich verfügbarer Studienergebnisse) im Deutschen Ärzteblatt nach.
Ergebnis: Fentanyl und Ketamin haben einen raschen Wirkeintritt und hohen Wirkeffekt. In der quantitativen Metaanalyse konnte keine Evidenz für die Überlegenheit einer der drei Substanzen gefunden werden. Eine angemessene Überwachung, Ausrüstung und Beherrschung von Notfallverfahren sind für medizinisches Fachpersonal Voraussetzungen, um eine sichere und wirksame Analgesie durchzuführen.
Die Studie ist kostenlos downloadbar unter: 
https://www.aerzteblatt.de/treffer…

Simulationstraining Geburtshilfe – ein voller Erfolg

13. November 2017 ►

Hebammen und Rettungsdienstler, die sowohl in der Aus- und Fortbildung tätig sind, als auch die Qualifikation und Erfahrung als Simulations-InstruktorInnen mitbringen: diese Eigenschaften gepaart mit einer brillanten technischen Ausstattung schienen das Rezept zu sein für den großen Erfolg der 3. OWL-Regionalfortbildung der AGNNW im Kreis Gütersloh am 11. bzw. 12. November beim geburtshilflichen Simulationstraining „Basis“, in dem es um praktische Fertigkeiten bei einer unkomplizierten Geburt im Rettungsdienst ging.

 

20 Notärztinnen und Notärzte kamen z.T. auch von weit her, um sich nach dieser eintägigen Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst Kreis Gütersloh und der Fa. SIM.IMPULS viel sicherer zu fühlen für einen künftigen Rettungseinsatz „Geburt“. Bei einem Teilnehmer/Betreuer-Schlüssel von 10/7 war ein großer Praxisanteil garantiert. Gefestigt in den Basismaßnahmen freuen sich die Teilnehmer auf weitere Fortbildungsangebote der AGNNW, wenn Komplikationen in der rettungsdienstlichen Geburtshilfe thematisiert werden.

Die AGNNW wird künftig weitere Geburtshilfe-Simulationstrainings in der Region anbieten, die wir hier ankündigen

Filmprojekt: „My Heart Stops Beating – Wiederbelebung ist einfacher als du denkst!“

30. Oktober 2017 ►

In enger Kooperation mit der Köln International School of Design (KISD) hat die Uniklinik Köln im Sommer 2016 ein mutiges Filmprojekt zum Thema Wiederbelebung gestartet.

Auf der Suche nach neuen Kommunikationsformaten und dem Wunsch nach einem internationalen, multilingualen oder gar non-verbalen Medium zur Aufklärung & Ausbildung von Laien rund um das Thema Wiederbelebung haben wir uns an das Lehr- & Forschungsgebiet "Image & Motion" der KISD, unter der Leitung von Prof. Nina Juric gewandt. Gemeinsam entstand die Vision eines Films, der die Gesellschaft für die Themen Reanimation und den Plötzlichen Herztod sensibilisiert und der vor allem einer jungen Zielgruppe verdeutlicht, warum es für sie wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Doch wie macht man ein Video, das sensibilisiert, aufklärt und trotzdem so zeitgemäß ist, dass man es unbedingt sehen will? Und was gibt es in dem Bereich überhaupt schon?

Benedikt Schmitz, Anna-Lena Derksen, Elena Klein, Kevin Falkenreck, Kira Esser, Lisa Hedwig, Serena Naemi Nüsing – sieben Design-Studenten des Studiengangs Integrated Design der KISD – unter der Kursleitung von Stefan Terlinden starteten in das 8-wöchige Projekt „My Heart Stops Beating“.

Das Ergebnis sehen Sie hier:
http://bit.ly/2yEkJAf

10. Oktober 2017 ►

Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage, in der inhaltlich u.a. die persönlichen Präferenzen bei der Anlage von Thoraxdrainagen, die Verfügbarkeit der Ultraschalldiagnostik sowie die Erfahrungen mit Perikardpunktionen und Notfallthorakotomien untersucht werden.
Durch die Umfrage sollen regionale Unterschiede abgebildet und Stärken bzw. Schwächen der aktuellen Ausbildungs- und Therapiekonzepte identifiziert werden.
Die Umfrage kann über folgende Internetadresse aufgerufen werden:

www.notarzt-umfrage.de

Wir möchten Sie zur anonymen Teilnahme an der 10-minütigen Umfrage einladen. Die Umfrage-Website (www.notarzt-umfrage.de) wurde bereits aktiviert. Die Teilnahme ist bis zum 31. Dezember 2017 möglich.

Verantwortlicher : Dr. med. Mark Schieren
Klinikum der Universität Witten/Herdecke
Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin

Fall des Monats September 2017

Notfallmeldung am Freitag um 23:00 Uhr:
Nicht ansprechbare Person

Eintreffsituation: 
NEF und RTW treffen nach 5 Minuten kurz nacheinander an der angegebenen Adresse (2-stöckiges Wohnhaus) ein. Überraschenderweise ist die Polizei auch bereits vor Ort. (Grund des Polizei-Einsatzes war ein Anruf wegen Ruhestörung betreffend diese Wohnung). Die Ruhestörung war jedoch zum Eintreffzeitpunkt der Polizeistreife bereits beendet. Stattdessen werden die Beamten von einem in der Wohnung anwesenden erheblich alkoholisierten Mann aufgeregt ins Wohnzimmer geführt. Der Mann teilte den Beamten mit, dass sein Freund beim Trinken des (angeblich) vierten Kölsch-Glases plötzlich nach Luft geschnappt hätte und „ohnmächtig" geworden sei. Die anwesende Polizeibeamtin berichtet zur Situation vor Ort, dass sie den zweiten in der Wohnung anwesenden „Ruhestörer“ auf dem Rücken liegend vorgefunden habe. Bei einer orientierenden Erstuntersuchung durch die Beamten sei der regungslos liegende Mann auch bei heftigerem Rütteln an den Schultern nicht erweckbar gewesen. Außerdem sei auch eine Atemtätigkeit festzustellen gewesen. Sie hätten den Mann daraufhin sofort in die stabile Seitenlage gebracht.

Daraufhin Frage des Notarztes, warum die Beamten denn nicht mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen hätten. Die Antwort der Beamtin auf diese Frage lässt sich erahnen und soll nicht weiter diskutiert werden (Das genannte Vorgehen wurde aber im Rahmen der Einsatznachbesprechung nochmals sehr deutlich kommentiert).

Im Wohnzimmer der Parterrewohnung findet das Rettungsteam einen männlichen Patienten mittleren Alters vor, der regungslos in einer nicht ganz korrekt hergestellten stabilen Seitenlage auf dem Boden liegt.
Erstbefund und Erstmaßnahmen: 
Zeitgleich zur Befragung hat ein Rettungsassistent den reaktionslosen Patienten auf den Rücken gedreht. Nach Freimachen der Atemwege ist keine Atemtätigkeit feststellbar. Auch ohne Atemtätigkeit ist allerdings ein erheblicher Foetor alkoholicus wahrzunehmen. Der Patient ist leicht zyanotisch.

Daraufhin sofortiger Beginn mit der kardiopulmonalen Reanimation. Die Elektroden der EKG-Defi-Einheit lassen sich auf dem schweißnassen, stark behaarten Thorax nur unter Schwierigkeiten fixieren. Die Intubationsutensilien werden vorbereitet. Über die Elektroden lassen sich allerdings regelrecht geformte schmale Kammerkomplexe in einer Frequenz 105 / Min. ableiten. Bei der ersten Ventilation über Beatmungsbeutel wird ein massiv erhöhter Widerstand spürbar, daraufhin nochmalige Optimierung der Kopfposition. Nach dem ersten Zyklus der Herzdruckmassage ist der Beatmungswiderstand dann aber spürbar geringer. Der Check des Karotispulses ergibt schwach tastbare Pulsationen. Pulsoxymetrie SaO2: 84 %. RR: 80/50 mmHg. Durch weitere Reklination des Kopfes lässt sich noch eine geringfügige Verbesserung bringen. SaO2 nun bei 87 %. Die Inspektion der Mundhöhle nach eventuellen Fremdkörpern ist negativ.

Vorschläge zum weiteren Procedere?

 

Dr. Gerrit Müntefering
Chirurgie / Unfallchirurgie / Notfallmedizin
Lessingstr. 26
47445 Moers