Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen

Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen -

Beschlüsse der Kammerversammlung der ÄKNO zum Telenotarzt und zur Qualifikation von Leitstellendisponenten

26. November 2018

Die Kammerversammlung Nordrhein hat in ihrer Sitzung am 24.11.2018 zwei Beschlüsse mit rettungsdienstlicher Relevanz gefasst.

Zum Thema „Telenotarzt“:

Geplante landesweite Implementierung eines „Telenotarztsystems“

Die Kammerversammlung begrüßt die Entwicklung telemedizinischer Unterstützungssysteme im Rettungsdienst. Solche Systeme können nur als eine Ergänzung der bereits bestehenden Notarztstandorte eingeführt werden. Die telemedizinische Einsatzbegleitung des nicht-ärztlichen Personals bei Einsätzen ohne Notarztindikation kann zu einer Qualitätssteigerung im Rettungsdienst führen.

Auch nach der Einrichtung eines telemedizinischen Unterstützungssystems muss die jederzeitige und kurzfristige Präsenz des Notarztes am Einsatzort zur Behandlung von Notfallpatienten landesweit gewährleistet sein.

Eine Reduktion von Notarztstandorten darf durch eine Implementierung eines „Telenotarztsystems“ nicht erfolgen.

 

Zum Thema Leitstellenqualifikation:

Qualifikation von Leitstellendisponenten

Die Disponenten der Leitstellen im Rettungsdienst haben eine zentrale Rolle bei der Alarmierung des geeigneten Einsatzmittels (KTW, RTW, Notarzt).

Daher ist neben einer strukturierten und standardisierten Notrufabfrage für die Disponenten die höchste Qualifikation (vormals Rettungsassistent – jetzt Notfallsanitäter) für das nicht-ärztliche Personal zu fordern.

Nachzulesen unter https://www.aekno.de/page.asp?pageID=10215

NRW- Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kündigte am 10. Oktober gegenüber der Rheinischen Post den flächendeckenden Einsatz von sogenannten „Tele-Notärzten“ an. Die Nachricht traf auf große Resonanz in den Medien, löste aber unter Fachleuten auch Überraschung aus. Ist jetzt tatsächlich der Zeitpunkt, um ein solches Projekt landesweit zu propagieren? Stellt es angesichts steigender Einsatzzahlen und Kosten einerseits und bei drohendem Fachkräftemangel und Mittelknappheit andererseits die Lösung struktureller Probleme im Rettungsdienst dar? Sind die Pro´s und Con´s ausreichend erörtert? Wie denken die Notärzte darüber?
Der Vorsitzende der AGNNW wurde in der Rheinischen Post aus einem ausführlichen Telefon-Interview mit einer Reihe von Pro-Argumenten zitiert (1). Um hier nicht das Missverständnis aufkommen zu lassen, die AGNNW würde den sogenannten „Telenotarzt“ ohne Vorbehalte unterstützen, wollen wir an dieser Stelle einen „Faktencheck“ vornehmen. Zu den Fakten gehört, dass wir den „Telenotarzt“ nach wie vor in Anführungszeichen setzen, um dadurch klar zu machen, dass der Notarzt am Funk nicht mit dem Notarzt am Einsatzort gleichgesetzt werden darf. Dies muss vor allem dem Bürger und potenziellen Patienten klar sein. Fakt ist aber auch, dass wir heute – anders als noch vor 10 Jahren – die stetig zunehmenden Möglichkeiten der Telemedizin im Rettungsdienst wertschätzen. Die Aachener Kollegen haben über viele Jahre ein bemerkenswertes Projekt vorangetrieben und in den Routinebetrieb übernommen. Sie konnten Praktikabilität und technische Machbarkeit unter Beweis stellen und für ihren Bereich Kostenvorteile errechnen. An mehreren Standorten in Deutschland (u.a. Greifswald, Oldenburg, Straubing, Main-Kinzig-Kreis) finden derzeit entsprechende Folgeprojekte statt. Die BAND hat in einem Positionspapier 2016 den Einsatz der Telemedizin trotz rechtlicher Vorbehalte als eine additive Maßnahme zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Notfallpatienten eingeordnet (2). Mit dem neuen Ausbildungsberuf im Rettungsdienst nehmen zugleich die Möglichkeiten zu, medizinische Maßnahmen am Patienten durch Notfallsanitäter eigenverantwortlich und bei Notwendigkeit unter telemedizinischer ärztlicher Supervision vornehmen zu können.
Fakt ist aber auch, dass die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin 2016 in einer Strukturempfehlung „Telemedizin in der prähospitalen Notfallmedizin“ (3) neben möglichen Indikationen für den „Telenotarzt“ (z.B. Begleitung von Interhospitaltransporten bei stabilen Patienten) zugleich Indikationen aufführt, die ausdrücklich dem „konventionellen Notarzt“ vorbehalten sind. Hierunter finden sich auch die zeitkritischen Krankheitsbilder (Tracerdiagnosen), denen im „Eckpunktepapier 2016 zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung“ (4) besondere Anforderungen an Therapie, Einsatztaktik und Zeitmanagement sowie Wahl des geeigneten Zielkrankenhauses zugeordnet werden, wie z.B. Polytrauma, Herzinfarkt, Schlaganfall (mit Bewusstlosigkeit) und Reanimation. In der DGAI-Kommission Telemedizin und eHealth sind die Aachener Kollegen federführend vertreten. Von der Intention eines grundlegenden Ersatzes des Notarztes im Einsatz am Patienten vor Ort kann daher nicht die Rede sein. Auch der Minister spricht von einer „ergänzenden“ Einführung des „Tele-Notarztes“ unter Beibehaltung des Rendezvous-Systems. Die Implementation eines „Telenotarzt“-Systems kann nach individueller Prüfung – abhängig von den lokalen und regionalen Gegebenheiten – eine Qualitätsverbesserung darstellen. Dennoch gibt es ungelöste Probleme bei Patienteneinwilligung, Datenschutz und technischer Übertragungssicherheit. Die Stadtverwaltung Köln wies nach einer Erprobungsphase in einer Stellungnahme an den Rat der Stadt ebenfalls 2016 auf nicht unerhebliche Aufwendungen für die Beschaffung der Technik, der Wartung und insbesondere für die Schulung von Mitarbeitern hin (5). Mit Spannung erwarten wir daher Ergebnisse einer unabhängigen wissenschaftlichen Studie der Universität Maastricht zu Effektivität, Effizienz und Akzeptanz.
Jede Kommune muss bei vollständiger Ausstattung ihrer Rettungswagen mit nicht unerheblichen Anfangsinvestitionen rechnen. Die nachfolgend erhoffte Kostenreduktion im Personalbereich kann nur effektiv sein, wenn eine regionale interkommunale Zusammenarbeit zustande kommt, wenn sich Kommunen also einen „Telenotarzt“ teilen bzw. sich an
den Kosten einer Nachbarkommune beteiligen. Hier eine flächendeckende Verbreitung zu erreichen, wird nicht einfach sein, zumal das Ministerium in anderen Fragen, z.B. bei der Forderung nach Unterstützung der Einführung von Ersthelfer-Apps, regelmäßig auf die Planungshoheit der Kommunen verweist.
Die Rheinische Post ergänzt in ihrer Ausgabe vom 11.10.18 den redaktionellen Beitrag auf der Titelseite um einen Kommentar auf Seite 2 und nimmt dort Bezug auf den „exzellenten“ Ausbildungsstand des rettungsdienstlichen Personals im internationalen Vergleich (6). Gut ausgebildete Notfallsanitäter sind die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes „Telenotarzt“-System. Bei aller Kompetenz, die der Notfallsanitäter nach dreijähriger Ausbildung mitbringt, handelt es sich dennoch im internationalen Vergleich noch nicht um Exzellenz. Nachbarländer haben weit umfangreicher ausgebildete Paramedics (7). Hinzu kommt, dass gerade NRW sich bei der Ausbildung von Notfallsanitätern nicht beeilt hat. Noch gibt es die „Dreijährigen“ (also die Notfallsanitäter mit Vollausbildung) nicht bzw. nicht flächendeckend, welche die „in der Ausbildung erlernten und beherrschten, auch invasiven Maßnahmen“ eigenverantwortlich oder im Rahmen der Mitwirkung nach Delegation vornehmen.
Die Forderung des Ministeriums nach flächendeckender Einführung des „Telenotarztes“ sollte daher niemanden euphorisch stimmen. Ein solcher Prozess wird einige, wahrscheinlich viele Jahre in Anspruch nehmen. Die AGNNW wendet sich nicht gegen den „Telenotarzt“. Wir wollen jedoch darüber andere aktuell sinnvolle und ebenso wichtige, aber bisher unerreichte Ziele zur Verbesserung der prähospitalen Notfallmedizin nicht vergessen. Hierzu zählt die landeseinheitliche Delegation ärztlicher Maßnahmen über Standard-Arbeitsanweisungen durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst an entsprechend aus- und fortgebildete Notfallsanitäter. Dazu gehört auch neben den bereits angesprochenen Ersthelfer-Apps eine konsequente Einführung von Reanimationsunterricht in den Schulen ab Klasse 7, wie sie von der Kultusministerkonferenz bereits 2014 beschlossen wurde, und die weitere Stärkung der Telefonreanimation – alles Maßnahmen zur Verkürzung des therapiefreien Intervalls – sowie die Implementierung standardisierter, strukturierter Notruf-Abfragen in den Leitstellen. Standardisierte Abfragen schonen die Ressource Notarzt, Telefonreanimation und Ersthelfer-Apps können Menschenleben retten – und das landesweit!

Der Vorstand der AGNNW, am 12. Oktober 2018

1) Rheinische Post (11.10.18). NRW will Tele-Notärzte einführen.
URL https://rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-tele-notaerzte-sollen-notfaelle-kuenftig-aus-der-ferne-beurteilen_aid-33594685
2) Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Fischer L, Kann D, Sefrin P (Arbeitskreis Strukturfragen der BAND). Strukturänderungen in der präklinischen Notfallmedizin – Standortbestimmung 2016. Notarzt 2016; 32(06): 264-270.
URL www.band-online.de/pdf.php?id=8330&lang=de&name=Strukturpapier
3) DGAI (2016). Telemedizin in der prähospitalen Notfallmedizin: Strukturempfehlung der DGAI. Anästhesiologie & Intensivmedizin 57:160-166.
URL https://www.bda.de/files/Mrz_2016_-_Aus_der_Kommission_Telemedizin.pdf
4) Fischer M, Kehrberger E, Marung H, et al. (2016). Eckpunktepapier 2016 zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Prähospitalphase und in der Klinik. Notfall- und Rettungsmedizin DOI 10.1007/s10049-016-0187-0.
URL https://www.uni-kiel.de/anaesthesie/docs/RD/Eckpunktepapier_2016_1.pdf
5) Stadtverwaltung Köln (2016). Beantwortung einer Anfrage der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln (AN/1895/2015).
URL https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=539346&type=do&
6) Reisener T (11.10.18). Keine Angst vor den neuen Tele-Notärzten.
URL https://rp-online.de/panorama/deutschland/telenotaerzte-sind-eine-chance-fuer-den-rettungsdienst_aid-33595247
7) Gretenkort P, Beneker J, Dörges V, Sefrin P, Fischer L, Riebandt F (Arbeitskreis Strukturfragen der BAND). Einsatz von Notärzten in Ländern mit Paramedic-System. Notarzt 2017; 33(06): 272-278

Bereits im Frühjahr 2012 wurde auf Anregung des European Resuscitation Council (ERC) zur Steigerung der Laienreanimation im Europaparlament eine Deklaration zur Einführung des „European Restart a Heart Day“ (ERAHD) von mehr als 50 % der Abgeordneten unterschrieben. Die Erklärung können Sie sich hier anschauen. Der ERAHD fand erstmals am 16. Oktober 2013 unter dem Motto „KIDS SAVE LIVES“ in mehr als 20 europäischen Ländern statt. Der 1. World Restart a Heart Day am 16. Oktober 2018 Dieses Jahr wird erstmalig und anlässlich der WRAH-Initiative der World Restart a Heart Day unter dem Motto „All citizens of the world can save a life“ – „Jeder, überall auf der Welt, kann Leben retten“ gefeiert. Auch alle sieben ILCOR Ratsgremien American Heart Association Australian and New Zealand Committee on Resuscitation European Resuscitation Council Heart and Stroke Foundation of Canada InterAmerican Heart Foundation Resuscitation Council Asia Resuscitation Council of Southern Africa unterstützen die globale Initiative. Der WRAH-Day wird ab 2018 jährlich stattfinden.

20. September 2018

In den vergangenen 10 Jahren wurden in Deutschland flächendeckend Trauma-Netzwerke eingerichtet und einheitliche Regelungen zur Schockraum-Versorgung (ABCDE etc.) erreicht.
Sogenannte „Abmeldungen“ von Traumazentren seien innerhalb der Jahre deutlich zurück gegangen. Dies liegt nach Bouillon auch daran, dass 20% aller Kliniken im Bereich der Traumaversorgung personelle, strukturelle und organisatorische Veränderungen vorgenommen haben.

Dass die Versorgung gut ist, kann auch anhand des Prognose-Werkzeuges „RISC-Score“ belegt werden: Das damit prognostizierte Ergebnis der Versorgung wird überall in den Traumazentren übertroffen, ist somit besser, als erwartet.

Erstmals sinke nun auch im dritten Jahr in Folge die Dauer der Zeit vom Unfall bis zur Ankunft im Schockraum. Von über 70 Minuten auf jetzt 65 Minuten – bei über 30.000 Einsätzen durchaus relevant, doch hier ist noch viel zu tun.

Dramatischer noch sind die Veränderungen in den Klinikabläufen: Das Zeitintervall von der Ankunft im Schockraum bis zum Start des CT konnte halbiert werden auf nun im Mittel 20 Minuten. Auch das Intervall Schockraum bis zum Beginn der Operation wurde von 90 auf 60 Minuten gesenkt.

Licht und Schatten sieht Bouillon im Bereich der Rettungsdienst-Versorgung: Nur 84% der komatösen Trauma-Patienten erreichten den Schockraum intubiert und beatmet. Insbesondere Ältere werden öfter nicht intubiert.
Hingegen erhielten 25% der Patienten, die Tranexamsäure bekamen, diese bereits präklinischen durch den Notarzt.

Professor Bouillon sieht perspektivisch eine Entwicklung der Sterblichkeit beim Polytrauma auf nur noch 10%.

http://www.traumanetzwerk-dgu.de/de/startseite_tnw.html

06. September 2018

Am 6. September 2018 findet zum ersten Mal der landesweite Warntag statt. Dabei werden in ganz Nordrhein-Westfalen sämtliche Warnmittel erprobt. Um 10 Uhr werden zeitgleich in allen Kommunen die örtlichen Warnkonzepte getestet. Dazu zählen beispielsweise Sirenen. Mit der Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) wird landesweit eine Probewarnmeldung versendet. Außerdem wird es Lautsprecherdurchsagen aus Warnfahrzeugen geben.

Ziel ist es, die Bevölkerung für das Themenfeld „Warnung“ zu sensibilisieren und ihnen Informationen und Tipps zu geben, damit sie im Ernstfall richtig reagieren und sich selbst helfen können. Bereits im Vorfeld des Warntages werden das NRW-Innenministerium und die Kommunen in NRW umfassend über den Aktionstag sowie die Probealarme und ihre Bedeutung informieren.

Der landesweite Warntag soll künftig jährlich an jedem ersten Donnerstag im September stattfinden. Unterschiedliche Ereignisse der letzten Jahre (Unwetter, Großbrände etc.) haben gezeigt, dass sich die Menschen oftmals nicht ausreichend gewarnt und informiert gefühlt haben.  Vielen war gar nicht klar, welche Warnmittel es gibt, was die Warnsignale bedeuten und wie sie sich verhalten sollen.

Durch den landesweiten Warntag soll das Thema Warnung wieder mehr ins Bewusstsein gerückt und die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung gestärkt werden.

Zum ersten landesweiten Warntag am 6. September sind zum Beispiel folgende Aktionen geplant:

  • landesweiter zeitgleicher Sirenenprobealarm um 10.00 Uhr
  • landesweite Probewarnmeldung über die Warn-App NINA
  • Testwarnungen durch Lautsprecherfahrzeuge
  • Informationsstand auf dem NRW-Tag vom 31.08.- 01.09.18 in Essen

Quelle: Innenministerium NRW

23. August 2018
Auf dem Youtube-Kanal der Dt. Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin werden die Ergebnisse zu Einflußgrößen des Überlebens nach Reanimation in Deutschland vorgestellt.
Die Untersuchung zeigt eindrücklich den Einfluß von kurzer Reaktionszeiten des Rettungsdienstes und die Wirksamkeit von Laienreanimation.
Die Originalarbeit kostenlos hier: https://bit.ly/2o3IPAf

Fall des Monats August 2018

Alarmierungsmeldung

Freitag Abend 21:30 Uhr :  „bevorstehende Geburt“

Situation vor Ort:

Eintreffen des Rettungsteams 9Minuten nach Alarmierung an der Einsatzstelle in einem Einfamilienhaus im Zentrum einer Kleinstadt.

Das Rettungsteam findet eine 28-jährige Frau in der 38. Schwangerschaftswoche vor. Die Schwangere teilt mit , dass die Fruchtblase wohl noch nicht geplatzt sei. Sie läuft etwas aufgeregt in der Wohnung umher. Es handelt sich um eine I-Gravida. Wehen nach Angaben der Schwangeren im Abstand von 5-6  Min. Der Mutterpass kann eingesehen werden.

Hier wird eine bis dato unauffälliger Schwangerschaftsverlauf nachvollziehbar, Kindsgröße liegt sonografisch im unteren Normbereich.

Relevante Vorerkrankungen der Schwangeren sind nicht dokumentiert : Kein Diabetes mellitus, keine Hinweise eine schwangerschaftinduzierte Hypertonie (SIH )mit Risiko der  Eklampsie / kein HELLP-Syndrom

keine arterielle Hypertonie.

Die Patientin wird sofort in die liegende Position überführt, bei diesem vorsichtig unterstützten Transfer platzt die Fruchtblase.

Erstuntersuchung der Schwangeren im Liegen:

Blutdruck 120/70 mmHg, Herzfrequenz 105 /min. SpO2 99%.

Die Farbe des Fruchtwassers ist leicht gelblich und klar.

Nach Vorankündigung einer Inspektion des Introitus mit Einwilligung der Schwangeren erfolgt dann die Sichtung des Schambereichs . Im Bereich der Vulva wird ein Stück Nabelschnur sichtbar, an dem ein kräftiger Puls tastbar ist.

Unter einer erneut einsetzenden Wehe wird der Kindskopf noch nicht im Introitus sichtbar. Die Pulsation im Verlauf der Nabelschnur wird aber deutlich schwächer.

Die nächste geburtshilfliche Klinik als Level 3 -Klinik  (perinatale Schwerpunktklinik mit geburtshilflicher Abteilung plus Kinderklinik ) wäre mit Fahrzeit von 15 Minuten erreichbar.

Die Anlage eines intravenösen Zugangs ist erfolgt .

Berotec®  als Dosieraerosol ist vorhanden.

Ansonsten sind keine geburtshilflich relevante Medikation auf dem NEF oder dem RTW bevorratet.

Weiteres Vorgehen ?

Dr. Gerrit Müntefering

Arzt für Chirurgie / Unfallchirurgie / Notfallmedizin

Lessingstr. 26

47445 Moers