Fall des Monats November 2013

Alarmierungsmeldung:

Männlicher Patient , V.a. Apoplex

Nachforderung durch eine erstalarmierte KTW-Besatzung

Vorgeschichte / Situation vor Ort:

Ein 75-jähriger Patient ist morgens beim Toilettengang kollabiert. Er ist nach kurzer Bewusstseinstrübung dann auch wieder ansprechbar gewesen. Daraufhin wurde von den Angehörigen zunächst der Krankentransport angefordert. Von der KTW-Besatzung wird bei der Erstuntersuchung des Patienten eine leicht eingeschränkte Mimik und auch ein leicht hängender Mundwinkel festgestellt.

Daraufhin Notarzt-Nachalarmierung durch die KTW-Besatzung.

7 min nach Alarmierung Eintreffen des Notarzteinsatzfahrzeuges am Einsatzort (Zweifamilienhaus).

Erstbefund:

Der Notarzt findet den Patienten ansprechbar und auf Außenreize noch ausreichend reagibel.

Die Mimik ist allenfalls diskret eingeschränkt. Eine Mundastschwäche ist nicht eindeutig nachweisbar, aber das Sprachbild des Patienten ist leicht verwaschen. Kein Einnässen. Kein Zungenbiss.

Im Bereich der linken Thoraxvorderseite leichte Konturvorwölbung und Narbe hinweisend auf eine erfolgte Schrittmacherimplantation.

 

Blutdruck 100 / 60 mmHG Puls 65 / Min. Rhythmische Herzakton. PaO2. 93 %

BZ-Stix: 116 mg%

Das abgeleitete EKG ergibt den folgenden Befund:

 

 

Nach Anlage eines  intravenösen Zugangs erfolgt dann der Transfer des Patienten in den nachgeforderten RTW:

Zu Transportbeginn Voranmeldung in einer Klinik mit neurologischer Abteilung.

 

Im Rahmen des RTW-Transports wird dann das nachfolgende EKG abgeleitet:

 

Frequenz laut EKG-Monitor:  ca.120 / Min

 

Der Patient ist weiterhin ansprechbar und reagiert adäquat. Kein thorakales Druckgefühl. Keine Palpitationen.

 

 

Diagnose ? Weiteres Vorgehen ?

Zielklinik ?

 

 

Dr. Gerrit Müntefering

Arzt für Chirurgie/Unfallchirurgie/Notfallmedizin

Lessingstraße 26

47445 Moers

One thought on “Fall des Monats November 2013

  1. Auflösung zum Fall des Monats November 2013: Das EKG zeigt Serien von Schrittmacherspikes ohne myokardiale Antwort, hinweisend auf einer Schrittmacherfehlfunktion. Die Schrittmacherfehlfunktion bedingt durch Sondendislokation bestätigt sich anschließend in der angefahrenen kardiologischen Klinik. Die infolge der durch die Schrittmacherfehlfunktion resultierenden längeren asystolen Pausen haben mit großer Wahrscheinlichkeit zur Synkope des Patienten geführt. In der Klinik wird am Folgetag eine Revisionsoperation mit Neuplatzierung der Schrittmachersonde durchgeführt. Anschließend dann komplikationsloser weiterer Verlauf. Der Patient kann vier Tage später beschwerdefrei und gut mobilisiert aus der Klinik entlassen werden Dr. Gerrit Müntefering Arzt für Chirurgie/Unfallchirurgie/Notfallmedizin Lessingstraße 26 47445 Moers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*