Alarmierungsmeldung Dienstag 01:00 Uhr :
NA-Nachforderung vom RTW: 81-jähriger Mann mit AZ-Verschlechterung bei Z.n. Synkope
Anamnestische Angaben des Sohns gegenüber dem RTW-Team:
Der Sohn des Patienten, der in der gleichen Wohnung lebt und zum Ereigniszeitpunkt anwesend war, berichtet zur Vorgeschichte, dass sein Vater kurz nach Mitternacht zur Toilette gegangen sei .Dort sei ihm, auf der Toilette sitzend, plötzlich übel geworden. Er habe daraufhin nach seinem Sohn gerufen. Das Übelkeitsgefühl habe sich anschließend gebessert. Der Sohn habe ihn beim Aufstehen unterstützt und ihn wieder ins Schlafzimmer begleitet. Auf der Bettkante sitzend sei sein Vater dann synkopiert und für eine Dauer von 2-3 Minuten nicht erweckbar gewesen. Daraufhin habe der Sohn die Rettungsleitstelle alarmiert.
Erster Eindruck der RTW-Besatzung :
Bei Eintreffen der RTW-Besatzung war der 81-jährige Mann wieder wach und ausreichend orientiert. Seine Sprache war gut verständlich. Keine Zyanose. Der Radialispuls sei leicht abgeschwächt und leicht bradykard, aber rhythmisch tastbar gewesen. Beim Versuch der EKG-Ableitung wurde ein Defekt des Notfall- und Überwachungsgeräts festgestellt. Daraufhin wurde das NEF nachalarmiert.
Anfahrt:
Das NEF erreicht das in Kleinstadtmitte gelegene mehrgeschossige Haus nach 5-minütiger Anfahrt. Der Patient wird gerade in den RTW transportiert.
Weitere medizinische Anamnese:
Auf die Frage des Notarztes nach kardialen Vorerkrankungen gibt der Patient an, dass bei ihm bereits vor einigen Jahren eine pulmonale Hypertonie und ein Cor pumonale diagnostiziert worden sei. Außerdem wären eine Mitralklappen- und Trikuspidalklappen-Insuffizienz festgestellt worden. Durch die Überlastung des rechten Herzens habe sich eine Leberzirrhose Child-Pugh Score B entwickelt. Vor ca. 4 Jahren seien dann phasenweise auftretende Herzrhythmusstörungen (paroxsymaler Vorhofflimmern) festgestellt worden seien. Die Attacken seien aber immer von kurzer Dauer gewesen. Eine Pulmonalvenenisolation sei in der Folgezeit nicht durchgeführt worden. Vor 2 Jahren habe man dann ein intermittierendes Vorhofflattern festgestellt.
Seitdem habe eine kardiologische Verlaufskontrolle nicht mehr stattgefunden.
Erstbefund:
Der 81-jährige, leicht adipöse Patient ist zeitlich und situativ bis kurz vor dem synkopalen Ereignis orientiert. Es besteht eine leichtgradige Dyspnoe mit einer Atemfrequenz 15 / min. Keine zentrale und keine periphere Zyanose. Der Blutdruck liegt bei 95/55 mmHg. Herzfrequenz anfänglich zwischen 40 und 54/ Min., Palpatorisch (A. Radialis) liegt die Frequenz bei 44 / Min. Die O2-Sättigung beträgt 95 %.
In halbsitzender Position sind die Jugularvenen nicht prominent sichtbar. Die Lungenauskultation ergibt beidseits ein diskretes Entfaltungsknistern. Keine Rasselgeräusche, kein Giemen, kein abgeschwächtes Atemgeräusch.
Keine peripheren Ödeme.
Erstmaßnahmen:
Anlage eines peripher-venösen Zugangs
Das abgeleitete Extremitäten-EKG ergibt den folgenden Befund:
Arbeitsdiagnose?
Präklinische Therapie?
Simon Glenk
Notfallsanitäter
RW Rheinberg
Heidberghof 10
47495 Rheinberg




