{"id":4022,"date":"2019-03-31T20:37:27","date_gmt":"2019-03-31T18:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=4022"},"modified":"2019-03-31T20:40:03","modified_gmt":"2019-03-31T18:40:03","slug":"fall-des-monats-april-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=4022","title":{"rendered":"Fall des Monats April 2019"},"content":{"rendered":"<p>Alarmierungsmeldung Freitag um 00:15 Uhr:\u00a0 Weibliche Person \/ 76 Jahre mit zunehmender Luftnot<\/p>\n<p><u>Situation vor Ort und Vorgeschichte:<br \/>\n<\/u>Das NEF trifft zeitgleich mit dem RTW am Einsatzort ein (Einfamilienhaus im Zentrum einer\u00a0 Kleinstadt).<\/p>\n<p>Der Ehemann der Patientin \u00f6ffnet die Haust\u00fcr f\u00fchrt das Rettungsteam ins Schlafzimmer. Er berichtet, dass bei seiner 76-j\u00e4hrigen Ehefrau vor 5 Jahren erstmals eine dementielle Entwicklung festgestellt wurde mit Progredienz im weiteren Verlauf. Sie ben\u00f6tige regelm\u00e4\u00dfige Aufsicht. In den letzten 2 Jahren sei auch eine Antriebsschw\u00e4che aufgetreten. Seit einigen Jahren sei auch eine koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz bekannt.<\/p>\n<p>Seit dem Nachmittag sei seine Frau bei Gehbelastung \u00fcber k\u00fcrzere Wegstrecken bereits kurzluftig geworden. Daraufhin habe er am fr\u00fchen Abend den Hausarzt telefonisch kontaktiert. Dieser sei auch gegen 19:30 Uhr gekommen und habe die Digitalis-Dosierung leicht erh\u00f6ht und ein Diuretikum angesetzt. \u201cDiese Medikation sei in der Regel rasch wirksam. Man brauche sich keine Sorgen zu machen.\u201c Der Hausarzt hatte zugesichert, dass er am Folgetag nochmal zum Hausbesuch kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Pr\u00e4paratename und Dosierung der neu angesetzten Medikation ist allerdings nicht vor Ort nachvollziehbar, da die abendliche Medikamentengabe aus dem Bestand des Hausarztes erfolgte.<\/p>\n<p>Die Atemnot der 76-j\u00e4hrigen Patientin sei aber trotz der oralen Medikation nicht zur\u00fcckgegangen. Bei zunehmenden Hustenattacken mit schaumigem Auswurf habe der Ehemann die Rettungsleitstelle alarmiert.<\/p>\n<p><u>Erstbefund:<\/u><\/p>\n<p>Eine 78-j\u00e4hrige Frau liegt im Bett mit brodelnder Atmung und schaumigem Sekretaustritt und deutlicher Tachypnoe. Wiederholte Hustenattacken.<\/p>\n<p>Zunehmend zyanotischer Aspekt des Patienten. Deutlichere Unruhe der 78-j\u00e4hrigen Frau.<\/p>\n<p>Die Sauerstoffs\u00e4ttigung liegt bei 75 %<\/p>\n<p>Blutdruck 110\/ 50 mmHg, Puls 110 \/ min mit leicht arrhythmischer Herzaktion<\/p>\n<p>Die EKG-Ableitung zeigt eine (laut Ehemann bereits bekannte) absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern Frequenz bei 110, ansonsten keinen pathologischen Befund.<\/p>\n<p><u>Erstma\u00dfnahmen:<\/u><\/p>\n<p>Anlage eines intraven\u00f6sen Zugangs und i.v.-Gabe von Furosemid 40 mg.<\/p>\n<p>Zeitgleich ist die Absaugeinheit mit einem gr\u00f6\u00dferlumigen Absaugkatheter vorbereitet.<\/p>\n<p>Es werden gro\u00dfe Sekretmengen abgesaugt. Nach dieser Ma\u00dfnahme verbleibt das Hautkolorit des Patienten jedoch zyanotisch.<\/p>\n<p>Unter Sauerstoffgabe von 10 Litern liegt die Sauerstoffs\u00e4ttigung bei 79- 83 %. Blutdruck bei 105 \/ 50 mmHg.. Frequenz 115 \/ Min.<\/p>\n<p>Es wird eine Ampulle Morphin langsam i.v. appliziert.<\/p>\n<p>Aufgrund der Befundentwicklung mit unzureichendem Erfolg der Erstma\u00dfnahmen Entschluss zur endotrachealen Intubation.<\/p>\n<p>Praeoxygenierung bei leicht erh\u00f6htem Oberk\u00f6rper. Eine assistive Beutelbeatmung l\u00e4sst sich zufriedenstellend durchf\u00fchren. Dann Narkoseeinleitung mit Hypnomidate, Fentanyl und Dormicum.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend Versuch der endotrachealen Intubation, der nicht erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Daraufhin Masken-Beutel-Beatmung, die zufriedenstellend durchf\u00fchrbar ist, \u00a0und Nachinjektion von Dormicum und Fentanyl..<\/p>\n<p>SaO2 bei 80 &#8211; 83 %. A.radialis-Puls sicher palpabel.<\/p>\n<p>Zweiter Versuch der endotrachealen Intubation.<\/p>\n<p>Trotz BURP-man\u00f6ver gelingt aber auch der zweite Intubationsversuch nicht.<\/p>\n<p>Daraufhin erneute Masken-Beutel-Beatmung , die ohne Probleme ausf\u00fchrbar ist.<\/p>\n<p>SaO2 unter Beutel-Beatmung nun bei 86 %. A. radialis-Puls weiterhin sicher tastbar.<\/p>\n<p>Entschluss zur Anwendung des Larynxtubus, der problemlos platziert werden kann.<\/p>\n<p>Bei der Thoraxauskultation werden unter der anschlie\u00dfenden manuellen Beatmung \u00fcber den geblockten Larynxtubus eine Ventilation \u00fcber beiden Thoraxh\u00e4lften festgestellt.<\/p>\n<p>Sauerstoffs\u00e4ttigung bei 87 %. Blutdruck bei 110 \/ 50 mmHg.. Frequenz 115 \/ Min.<\/p>\n<p>Bei manueller Beutelbeatmung \u00fcber den Tubus ist kein erh\u00f6hter Widerstand sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>N\u00e4chstgelegenes Krankenhauses liegt in ca. 3 km Entfernung. Die Intensivstation dieses Krankenhauses ist allerdings abgemeldet.<\/p>\n<p>Ein (laut Leitstelle) intensivmedizinisch aufnahmebereites Krankenhaus ist 25 km entfernt gelegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiteres Procedere ?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Gerrit M\u00fcntefering<br \/>\nArzt f\u00fcr Chirurgie \/ Unfallchirugie \/ Notfallmedizin<br \/>\nLessingstr. 26<br \/>\n47445 Moers<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alarmierungsmeldung Freitag um 00:15 Uhr:\u00a0 Weibliche Person \/ 76 Jahre mit zunehmender Luftnot Situation vor Ort und Vorgeschichte: Das NEF trifft zeitgleich mit dem RTW am Einsatzort ein (Einfamilienhaus im Zentrum einer\u00a0 Kleinstadt). Der Ehemann der Patientin \u00f6ffnet die Haust\u00fcr f\u00fchrt das Rettungsteam ins Schlafzimmer. 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