{"id":2983,"date":"2016-07-01T17:07:13","date_gmt":"2016-07-01T15:07:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agnnw.de\/?p=2983"},"modified":"2021-01-01T12:09:00","modified_gmt":"2021-01-01T11:09:00","slug":"fall-des-monats-juli-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=2983","title":{"rendered":"Fall des Monats Juli 2016"},"content":{"rendered":"<p><u>Alarmierungsmeldung um 00:15 Uhr: <\/u><\/p>\n<p>Weibliche Person mit Luftnot<\/p>\n<p><u>Situation vor Ort und Vorgeschichte:<\/u><br \/>\n\tDas NEF trifft zeitgleich mit dem RTW am Einsatzort ein (Einfamilienhaus am Stadtrand einer Kleinstadt).<\/p>\n<p>Der Ehemann der Patientin f&uuml;hrt das Rettungsteam ins Schlafzimmer. Er berichtet, dass bei seiner 78-j&auml;hrigen Ehefrau seit 5 Jahren eine zunehmende dementielle Entwicklung bestehen w&uuml;rde. Au&szlig;erdem sei eine koronare Herzerkrankung und eine Herzschw&auml;che bekannt.<\/p>\n<p>Im Verlauf des heutigen Nachmittags sei seine Frau zunehmend kurzluftig geworden. Daraufhin habe er gegen Abend telefonisch den Hausarzt&nbsp; konsultiert. Dieser sei auch gegen 19:30 Uhr gekommen und habe die orale Digitalis-Dosis leicht erh&ouml;ht und ein harntreibendes Medikament verabreicht. &ldquo;Man brauche sich aber noch keine Sorgen zu machen ! &ldquo; Der Hausarzt hatte zugesichert, dass er im Laufe des morgigen Tages nochmal zum Hausbesuch kommen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Die Atemnot seiner Frau sei aber trotz der haus&auml;rztlichen Medikationserg&auml;nzung nicht zur&uuml;ckgegangen. Bei zunehmenden Hustenattacken seiner Frau mit schaumigem Auswurf habe er nun die Rettungsleitstelle alarmiert.<\/p>\n<p><u>Erstbefund:<\/u><\/p>\n<p>Eine 78-j&auml;hrige Frau liegt im Bett mit brodelnder Atmung und geringgradig schaumigen Sekretaustritt aus dem Mundwinkel . Die Atemfrequenz ist erh&ouml;ht : 16 \/ Min . Es bestehen wiederholte Hustenattacken.<\/p>\n<p>Auch leicht zyanotischer Aspekt und deutlichere Unruhe der 78-j&auml;hrigen Frau.<\/p>\n<p>Die Sauerstoffs&auml;ttigung liegt bei 74 %<\/p>\n<p>Blutdruck 110\/ 50 mmHg, Puls 110 \/ min mit leicht arrhythmischer Herzaktion<\/p>\n<p>Die EKG-Ableitung zeigt eine absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern mit Frequenz um 110 &#8211; 120 \/ min, ansonsten keinen pathologischen Befund.<\/p>\n<p>Die Herzrhythmusst&ouml;rung ist laut Ehemann bereits seit einigen Jahren bekannt<\/p>\n<p><u>Erstma&szlig;nahmen:<\/u><\/p>\n<p>Anlage eines intraven&ouml;sen Zugangs und i.v.-Gabe von Furosemid 40 mg.<\/p>\n<p>Zeitgleich wird die Absaugeinheit mit einem gro&szlig;lumigen Absaugkatheter vorbereitet.<\/p>\n<p>Es werden gr&ouml;&szlig;ere Sekretmengen abgesaugt. Nach dieser Ma&szlig;nahme verbleibt das Hautkolorit des Patienten dennoch weiterhin zyanotisch.<\/p>\n<p>Unter Sauerstoffgabe von 10 Litern liegt die Sauerstoffs&auml;ttigung bei 79- 82 %. Blutdruck bei 105 \/ 50 mmHg.. Frequenz 115 \/ Min.<\/p>\n<p>Aufgrund der Unruhe und Tachypnoe wird dann eine Ampulle Morphin langsam i.v. appliziert.<\/p>\n<p>Die Utensilien zur CPAP-Therapie des RTW&rsquo;s&nbsp; sind zum Einsatzzeitpunkt bei Materialdefekt nicht nutzbar.<\/p>\n<p>Aufgrund der Befundentwicklung Entschluss zur endotrachealen Intubation.<\/p>\n<p>Nach Narkoseeinleitung mit Hypnomidate, Fentanyl und Dormicum und Praeoxygenierung bei leicht erh&ouml;htem Oberk&ouml;rper ( Die Kopf- und &Ouml;berk&ouml;rper-Hochlagerung ist in diesem Fall durch den elektrisch verstellbaren Spezialeinlegerahmen erreichbar)&nbsp; . Die assistive Beutelbeatmung l&auml;sst sich zufriedenstellend durchf&uuml;hren Anschlie&szlig;end erster Intubationsversuch, der nicht erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Nochmalige Beutel-Beatmung und Nachinjektion von Dormicum und Fentanyl..<\/p>\n<p>SaO2 bei 78 &#8211; 80 %. &nbsp;Der A. radialis-Puls weiterhin sicher palpabel.<\/p>\n<p>Trotz BURP-man&ouml;ver gelingt dann auch der zweite Intubationsversuch nicht.<\/p>\n<p>Daraufhin erneute Oxygenierung \/ Beutel-Beatmung , die ohne Probleme ausf&uuml;hrbar ist.<\/p>\n<p>SaO2 unter Beutel-Beatmung bei 85 %. Der A. radialis-Puls&nbsp; ist &#8211; nach wie vor &#8211; sicher tastbar.<\/p>\n<p>Entschluss zur Anwendung des Larynxtubus, der problemlos platziert werden kann.<\/p>\n<p>Bei der Thoraxauskultation werden unter der anschlie&szlig;enden Beutelbeatmung &uuml;ber den Larynxtubus eine Ventilation &uuml;ber beiden Thoraxh&auml;lften festgestellt.<\/p>\n<p>Die Sauerstoffs&auml;ttigung liegt bei der Beutelbeatmung ( mit konnektiertem Reservoirbeutel und hohem Sauerstoff-Flow) zwischen 82&nbsp; und 85 %. Blutdruck bei 110 \/ 50 mmHg.. Frequenz 115 \/ Min.<\/p>\n<p>Bei der Beutelbeatmung &uuml;ber den Larynxtubus ist kein erh&ouml;hter Widerstand sp&uuml;rbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Intensivstation des n&auml;chstgelegenen Krankenhauses ( in ca. 3 km Entfernung ) ist abgemeldet.<\/p>\n<p>Ein (laut Leitstelle) aufnahmebereites Krankenhaus ist 20 km entfernt gelegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiteres Procedere ?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eingereicht von:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Gerrit M&uuml;ntefering<br \/>\n\tArzt f&uuml;r Chirurgie \/ Unfallchirugie \/ Notfallmedizin<br \/>\n\tLessingstr. 26<br \/>\n\t47445 Moers<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alarmierungsmeldung um 00:15 Uhr: Weibliche Person mit Luftnot Situation vor Ort und Vorgeschichte: Das NEF trifft zeitgleich mit dem RTW am Einsatzort ein (Einfamilienhaus am Stadtrand einer Kleinstadt). Der Ehemann der Patientin f&uuml;hrt das Rettungsteam ins Schlafzimmer. 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