{"id":2433,"date":"2015-10-15T07:00:21","date_gmt":"2015-10-15T05:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agnnw.de\/?p=2433"},"modified":"2015-10-15T15:48:13","modified_gmt":"2015-10-15T13:48:13","slug":"neue-erc-leitlinien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=2433","title":{"rendered":"Neue ERC-Leitlinien"},"content":{"rendered":"<p>15. Oktober 2015 \u25ba<\/p>\n<p>Neue Leitlinien zur Wiederbelebung erschienen: Mehr Erfolg durch deutliche Zunahme der Laienreanimation<\/p>\n<p>(Pressemeldung des GRC) K&ouml;ln, 15. Oktober 2015 &ndash; Fu\u0308r die Versorgung von Patienten mit Kreislaufstillstand stehen ab sofort allen beteiligten medizinischen Fachkr&auml;ften die neuen Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation zur Verfu\u0308gung. Sie wurden vom European Resuscitation Council (ERC) erstellt und sind auch in deutscher Sprache erh&auml;ltlich. W&auml;hrend zentrale Aussagen zur Durchfu\u0308hrung einer Reanimation im Wesentlichen beibehalten wurden, haben sich im Vergleich zu den Leitlinien aus dem Jahr 2010 viele Bewertungen und Details ge&auml;ndert. Der entscheidende Weg zu gr&ouml;&szlig;erem Erfolg und zu mehr &Uuml;berleben fu\u0308hrt u\u0308ber mehr ausgebildete Ersthelfer, intelligente Alarmierungssysteme und eine deutliche Zunahme der Laienreanimation. Gro&szlig;er Wert wird auf die Telefonreanimation, also die M&ouml;glichkeiten des Leitstellendisponenten fu\u0308r Diagnose und Ersthelferreanimation, gelegt. Ein besonderes Projekt ist auch die Schu\u0308lerausbildung, fu\u0308r die der Deutsche Rat fu\u0308r Wiederbelebung (GRC) ein Konzept erstellt hat. Die deutsche &Uuml;bersetzung kann auf der Homepage des GRC unter <a href=\"http:\/\/www.grc-org.de\/leitlinien\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\"><font color=\"#0066cc\">www.grc-org.de\/leitlinien<\/font><\/a> bestellt bzw. heruntergeladen werden.<\/p>\n<p>In Deutschland sind der pl&ouml;tzliche Herztod und der Kreislaufstillstand anderer Ursache fu\u0308r mehr als 100.000 unerwartete Todesf&auml;lle pro Jahr verantwortlich. Es handelt sich somit um die dritth&auml;ufigste Todesursache, nach b&ouml;sartigen Neuerkrankungen und Herzkreislauferkrankungen anderer Genese. &bdquo;Ein Zustand, der deutlich verbessert werden k&ouml;nnte&ldquo;, so Professor Bernd W. B&ouml;ttiger, Vorsitzender des an der &Uuml;bersetzung der Leitlinien beteiligten Deutschen Rates fu\u0308r Wiederbelebung (GRC) und Direktor der Klinik fu\u0308r An&auml;sthesiologie und Operative Intensivmedizin der Universit&auml;tsklinik K&ouml;ln. Die aktuellen Leitlinien zur Reanimation bringen wichtige neue Impulse und zeigen den Weg.<\/p>\n<p>Es werden nur zwei H&auml;nde ben&ouml;tigt<br \/>\n\tSo setzen die Experten mit den neuen Empfehlungen auf &bdquo;Handarbeit&ldquo;. &bdquo;Eine manuelle Reanimation ist mindestens genauso effektiv wie die Verwendung mechanischer Reanimationshilfen&ldquo;, erl&auml;utert B&ouml;ttiger Teile der neuen Leitlinie. &bdquo;In einigen Studien fand sich sogar ein schlechteres neurologisches Ergebnis bei Verwendung mechanischer Systeme&ldquo;, so der Experte weiter. Der Einsatz von Reanimationshilfen fu\u0308hre unvermeidlich zu einer gewissen Unterbrechung der Thoraxkompressionen, die so kurz wie m&ouml;glich sein mu\u0308ssten. Die neuen Leitlinien empfehlen daher den Einsatz solcher Ger&auml;te in besonderen Situationen, wie bei Reanimationen w&auml;hrend eines Transportes, bei sehr langer Reanimationsdauer und natu\u0308rlich im Herzkatheterlabor.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick<\/p>\n<p>Zur Reanimation bei Kreislaufstillstand empfehlen die Experten eine Drucktiefe von ungef&auml;hr 5 und nicht mehr als 6 cm. Die Frequenz soll bei 100 bis 120 pro Minute liegen. &bdquo;Pausen von u\u0308ber zehn Sekunden fu\u0308hren zu einer Verschlechterung der Prognose des Patienten und mu\u0308ssen daher vermieden werden&ldquo;, erkl&auml;rt Dr. Dr. Burkhard Dirks, Altvorsitzender des GRC.<\/p>\n<p>Adrenalin wird weiterhin empfohlen.<\/p>\n<p>Experten sollen eine Intubation vornehmen &ndash; wenn m&ouml;glich, ohne dabei die Herzdruckmassage zu unterbrechen. Als Alternativen gelten supraglottische Atemwegshilfen. Die Kapnographie ist obligat.<\/p>\n<p>Innerklinisch sollten Notfallteams etabliert werden, die bei definierten Zust&auml;nden alarmiert werden und so einen Kreislaufstillstand verhindern k&ouml;nnen. M&ouml;gliche reversible Ursachen eines Kreislaufstilstandes mu\u0308ssen immer mit bedacht werden.<\/p>\n<p>Weiterbehandlung in Spezial-Zentren<\/p>\n<p>Nach pr&auml;hospitalem Kreislaufstillstand sind die &Uuml;berlebenschancen h&ouml;her, wenn die Patienten &ndash; im Einzelfall sogar unter laufender Reanimation &ndash; in spezielle Zentren (sogenannte Cardiac Arrest Center), die eine h&ouml;here Fallzahl aufweisen und eine M&ouml;glichkeit zur akuten Koronarintervention haben, eingeliefert werden. Mehr als jeder zweite Kreislaufstillstand ist die Folge eines Herzinfarkts. Werden die fu\u0308r den Infarkt verantwortlichen Koronarien innerhalb von maximal zwei Stunden dilatiert, verbessert dies deutlich die Prognose.<\/p>\n<p>Die neuen Leitlinien enthalten auch eine Empfehlung fu\u0308r das Temperaturmanagement:<\/p>\n<p>Nach Kreislaufstillstand bewusstlose Patienten sollen unabh&auml;ngig vom initialen Herzrhythmus fu\u0308r mindestens 24 Stunden auf eine konstante Zieltemperatur zwischen 32 und 36 Grad Celsius geku\u0308hlt werden. Fieber mu\u0308sse ebenso wie eine Hyperoxie in jedem Fall fu\u0308r 72 Stunden vermieden werden. Eine Prognostizierung erscheint, so die neuen Handlungsempfehlungen, fru\u0308hestens nach 72 Stunden sinnvoll. Disponenten in Leitstellen sollen Telefonreanimation implementieren Leitstellendisponenten sollen Laien am Notruftelefon in Herzdruckmassage instruieren. &bdquo;Dies ist extrem effektiv &ndash; man muss es siebenmal machen um ein Leben zus&auml;tzlich zu retten!&ldquo;, erkl&auml;rt Professor Karl Heinrich Scholz, stellvertretender Vorsitzender des GRC vom St. Bernward-Krankenhaus in Hildesheim. In Deutschland wird die Telefonreanimation von immer mehr Leitstellen durchgefu\u0308hrt. In Bayern ist sie bereits landesweit verpflichtend. Auch intelligente Gesamtsysteme, in denen Ersthelfer in der N&auml;he per Smartphone gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert werden, k&ouml;nnen Vorteile bringen.<\/p>\n<p>Fu\u0308r Laien muss die Reanimation selbstverst&auml;ndlich sein<br \/>\n\tIn 50 bis 70 Prozent der F&auml;lle beobachten Laien einen Kreislaufstillstand und sind Zeugen, denn meist passieren Kreislaufstillst&auml;nde zu Hause. &bdquo;Nach drei bis fu\u0308nf Minuten f&auml;ngt das Gehirn an zu sterben&ldquo;, so Scholz. Der Notarzt trifft meist aber erst nach acht bis zw&ouml;lf Minuten ein. Der sofortige Beginn der Reanimation durch Laien kann daher entscheidend helfen. Bei Erwachsenen reichen in den ersten Minuten alleinige Thoraxkompressionen meist v&ouml;llig aus. Laien sollten verst&auml;rkt in Wiederbelebung ausgebildet werden, so die Empfehlungen der neuen Leitlinie. Dazu geh&ouml;ren die Herzdruckmassage und die Beatmung im Verh&auml;ltnis 30:2. Besonderer Wert wird auf die Ausbildung von Schu\u0308lern gelegt. Eine Doppelstunde pro Jahr ab der 7. Klasse sei ausreichend. Die Schu\u0308ler k&ouml;nnen von speziell ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden. Entsprechende Empfehlungen werden von der Kultusministerkonferenz 2014 und seit diesem Jahr auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstu\u0308tzt. Ein Ausbildungskonzept kommt vom GRC. &bdquo;Gemeinsam 10.000 Leben zus&auml;tzlich pro Jahr in Deutschland retten&ldquo;, so lautet das interdisziplin&auml;r und interprofessionell formulierte Ziel, das durch die Umsetzung der Empfehlungen der neuen Leitlinien erreicht werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15. Oktober 2015 \u25ba Neue Leitlinien zur Wiederbelebung erschienen: Mehr Erfolg durch deutliche Zunahme der Laienreanimation (Pressemeldung des GRC) K&ouml;ln, 15. 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