{"id":142,"date":"2012-12-21T22:17:52","date_gmt":"2012-12-21T21:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/agnnw2.de\/?p=142"},"modified":"2013-09-18T14:24:49","modified_gmt":"2013-09-18T12:24:49","slug":"telefonreanimation-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=142","title":{"rendered":"Telefonreanimation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auch eine schwere T&uuml;r hat nur einen kleinen Schl&uuml;ssel n&ouml;tig (Charles Dickens)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Menschheitstraum, Tote zum Leben zu erwecken, ist bei der Reanimation ein St&uuml;ck Realit&auml;t geworden. Allerdings mit Grenzen, die wir im Rettungsdienst regelm&auml;&szlig;ig sp&uuml;ren. Was n&uuml;tzen alle unsere modernen und auch teuren Ma&szlig;nahmen, wenn das Gehirn des Betroffenen zu lange ohne Sauerstoff war und damit unumkehrbar gesch&auml;digt worden ist.<\/p>\n<p>Bei einem Herzstillstand bleiben bekanntlich nur 180-300 Sekunden, um mit Wiederbelebungsma&szlig;nahmen zu beginnen und das Gehirn zu retten. Wie lange dauert es, bis Zeugen den Notruf w&auml;hlen, wie lange, bis der Disponent die Fahrzeuge entsenden kann? Wie lange brauchen wir, bis wir ausr&uuml;cken, den Einsatzort finden und uns jemand die T&uuml;r &ouml;ffnet?<\/p>\n<p>Die Antwort ist, trotz aller Bem&uuml;hungen: &bdquo;Immer zu lange!&ldquo;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um mehr Menschen vor dem unn&ouml;tigen pl&ouml;tzlichen Herztod zu retten, muss die Hilfe beginnen, bevor wir ankommen. Wir m&uuml;ssen Laien dazu bewegen, Erste Hilfe zu leisten. Spontan kommt es nur etwa bei jedem f&uuml;nften Einsatz dazu und das kostet jedes Jahr Menschenleben.<\/p>\n<p>Auf den Leitstelle und ihren Mitarbeitern und ihrem F&uuml;hrungspersonal lastet die Verantwortung, hier mehr zu erreichen. In den vielen Rettungsdienstbereichen wurden in den letzten Monaten und Jahren umfangreiche Fortbildungsma&szlig;nahmen und Trainings absolviert, um durch gezielte Abfrage schneller zu erkennen, ob eine kritische Situation, gar ein Herzstillstand vorliegt und den Anrufer nach erfolgter Alarmierung anzuleiten, lebensrettende Ma&szlig;nahmen zu ergreifen. In vielen F&auml;llen wurden Anrufer bereits erfolgreich unterst&uuml;tzt.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\" \" height=\"450\" src=\"http:\/\/www.agnnw.de\/web\/cms\/upload\/bilder\/sonstige\/TELREA.JPG\" width=\"600\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei ist dies alles keine neue Idee. Schon 1985 forderte das &bdquo;American Journal of Public Health&ldquo; die Rettung von mehr Menschen durch Telefon-Reanimation. 1987 bem&auml;ngelte die Bundesanstalt f&uuml;r Stra&szlig;enverkehr in einem Gutachten, dass das Fehlen einer &bdquo;standardisierten Notrufabfrage&ldquo; das Erkennen von kritischen Notlagen, die richtige Einsch&auml;tzung des Kr&auml;ftebedarfes und das Erteilen von Erste-Hilfe-Hinweisen am Telefon in Deutschland verhinderten.<\/p>\n<p>In den 90er Jahren versuchten viele Leitstellen, vielleicht auch Ihre (?), die Einf&uuml;hrung von Sofortmassnahmen-Anleitungen am Telefon. Fast alle scheiterten. Bei der Frage nach dem &bdquo;Warum&ldquo; erntet man heute Schulterzucken &ndash; irgendwie klappte es damals nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inzwischen arbeiten viele Leitstellen in NRW an der Umsetzung von &bdquo;standardisierter Notrufabfrage&ldquo; und dem Erteilen von Erste-Hilfe Hinweisen am Telefon. Was aber (noch) fehlt ist eine landesweite Mobilisierung und der dezidierte Wille, dieses Thema als unaufschiebbar anzusehen! Viele andere Projekte haben statt dessen Priorit&auml;t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den Verantwortlichen muss klar sein: Ein Scheitern dieser Projekte zur Rettung von hunderten Menschen ist m&ouml;glich, aber nicht mehr akzeptierbar, denn daf&uuml;r ist der Nutzen in vielen Studien zu gut nachgewiesen worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber wir m&uuml;ssen es <u>richtig<\/u> tun: Vor drei Jahren stellte eine Studie aus Amsterdam fest, dass das Abweichen von Disponenten von einem Abfrageschema regelm&auml;&szlig;ig dazu f&uuml;hrte, dass Kreislaufstillst&auml;nde nicht erkannt wurden. Erkannten die Disponenten die Lage, indem sie sich an ein Abfrageschema hielten, &uuml;berlebten 9% mehr Menschen den Herzstillstand. Dies w&auml;ren in NRW j&auml;hrlich 250 &Uuml;berlebende mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir k&ouml;nnen mehr Menschen vor dem Tod retten, als bisher &ndash; die Kollegen der Leitstelle tragen den Schl&uuml;ssel zu diesem Erfolg!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andreas Bohn, stv. Vorsitzender der AGNNW, &Auml;LRD M&uuml;nster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch eine schwere T&uuml;r hat nur einen kleinen Schl&uuml;ssel n&ouml;tig (Charles Dickens) &nbsp; Der Menschheitstraum, Tote zum Leben zu erwecken, ist bei der Reanimation ein St&uuml;ck Realit&auml;t geworden. Allerdings mit Grenzen, die wir im Rettungsdienst regelm&auml;&szlig;ig sp&uuml;ren. 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