{"id":1299,"date":"2014-05-01T10:43:05","date_gmt":"2014-05-01T08:43:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agnnw.de\/?p=1299"},"modified":"2021-01-01T12:11:45","modified_gmt":"2021-01-01T11:11:45","slug":"fall-des-monats-mai-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=1299","title":{"rendered":"Fall des Monats Mai 2014"},"content":{"rendered":"<p><u>Alarmierungsmeldung:<\/u><\/p>\n<p>Nachforderung des Notarztes durch eine RTW-Besatzung, die auf Veranlassung des prim\u00e4r hinzugezogenen KV-Bereitschaftsarztes den 91-j\u00e4hrigen m\u00e4nnlichen Gast einer Kurzzeitpflegeeinrichtung bei schlechtem Allgemeinzustand ins Krankenhaus transportieren sollen. Der KV-Bereitschaftsarzt ist bereits nicht mehr vor Ort.<\/p>\n<p><u>Information des Notarztes zum Fall \/ zur Vorgeschichte durch die RTW-Besatzung:<\/u><\/p>\n<p>Die RTW-Besatzung sollten einen 91-j\u00e4hrigen dementen Mann in deutlich reduziertem Allgemeinzustand zum Transport \u00fcbernehmen. Laut Angaben des KV-Bereitschaftsarztes an die RTW-Besatzung bestand bei dem Pflegebed\u00fcrftigen eine AZ-Verschlechterung mit Hinweisen auf eine Bronchopneumonie und Exsikkose. Die Diagnosen \u201eAZ-Verschlechterung\u201c und \u201ePneumonie\u201c finden sich auch auf dem \u00e4rztlichen Verordnungsschein f\u00fcr die Krankenhausbehandlung (Innere Abteilung).<\/p>\n<p>Ein Patientenstammblatt mit Angaben zur aktuellen medikament\u00f6sen Vorbehandlung oder der Dauermedikation liegt bei Kurzzeitpflegestatus nicht vor. Keine Angaben zu Begleiterkrankungen, Operationen etc..<\/p>\n<p>(Erfahrungsgem\u00e4\u00df sind Informationen zu Vorgeschichte gerade bei Bewohnern von Kurzzeitpflegeeinrichtungen schwer zu bekommen).<\/p>\n<p>Aufgrund ein nun feststellbaren Kreislaufdepression des Patienten mit systolischen RR-Werten zwischen\u00a0 80- 90 mm Hg, bei gleichzeitiger tachykarder Herzfrequenz um 120\/ Min und aufgrund eines O\u00b2-S\u00e4ttigungsabfalls auf 85 % &#8211; 88 % hatten die Rettungsassistenten den Notarzt nachalarmiert.<\/p>\n<p>Ein intraven\u00f6ser Zugang konnte aufgrund des schechten Venenstatus bei hypotoner Kreislaufsituation zun\u00e4chst\u00a0 nicht gelegt worden.<\/p>\n<p><u>Erstbefund:<\/u><\/p>\n<p>91-j\u00e4hriger somnolenter Mann mit leichtgradiger Dypnoe. Bei bekannter Demenz des Patienten ist keine ad\u00e4quate sinngebende Kontaktaufnahme m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Eine zufriedenstellende Reaktion des Patienten auf laute Ansprache und auf Schmerzreiz ist jedoch erkennbar, die Kopfwendung erfolgt gerichtet. Deutliche Exsikkose mit stehenden Hautfalten. Erh\u00f6hte Hauttemperatur.(Das Ohrthermometer des RTW\u2019s\u00a0 war leider ohne Vorwarnung defekt).<\/p>\n<p><u>Lungenbefund:<\/u><\/p>\n<p>Kein brodelndes Atemger\u00e4usch, kein Distanzrasseln. Bei der Lungenauskultation sind allerdings diskrete Rasselger\u00e4usche \u00fcber beiden Unterfeldern h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Es ist eine Narbe im Bereich der rechten Thoraxvorderseite infraklavikul\u00e4r erkennbar.<\/p>\n<p><u>Messwerte:<\/u><\/p>\n<p>RR 90 mm Hg systolisch . Herzfrequenz um 120 \/ min. Die O\u00b2-S\u00e4ttigung steigt unter der bereits eingeleiteten Sauerstoffgabe (Flow :6 Liter) \u00fcber Sauerstoffbrille von 85 %\u00a0 auf \u00a092%.<\/p>\n<p><u>Erstma\u00dfnahmen:<\/u><\/p>\n<p>Vom Notarzt wird unverz\u00fcglich ein peripherer intraven\u00f6ser Zugang gelegt , was auch gelingt. Anschlie\u00dfend wird die sofortige EKG-Ableitung veranlasst<\/p>\n<p>Anmerkung : Es wird ein langer EKG-Streifen abgeleitet, der nachfolgend in 4 Teilsegmenten pr\u00e4sentiert wird. (Schreibgeschwindigkeit 25 mm\/sek.).<\/p>\n<p>Die Extremit\u00e4ten-Ableitungen II und III n. Einthoven zeigen den folgenden Befund :<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 500px; height: 118px;\" src=\"https:\/\/www.agnnw.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/SM-Notfall-EKG-1.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 500px; height: 118px;\" src=\"https:\/\/www.agnnw.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/SM-Notfall-EKG-2.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 500px; height: 118px;\" src=\"https:\/\/www.agnnw.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/SM-Notfall-EKG-3.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 500px; height: 118px;\" src=\"https:\/\/www.agnnw.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/SM-Notfall-EKG-4.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die aufgerufene Analyse-Tabelle der EkG-Ableitung ergibt Frequenzen des Patienten zwischen 120\u00a0 und 140 Aktionen \/ Min.<\/p>\n<p>Frage:<\/p>\n<p>Weiteres Procedere ?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Gerrit M\u00fcntefering<\/p>\n<p>Arzt f\u00fcr Chirurgie\/Unfallchirurgie\/Notfallmedizin<\/p>\n<p>Lessingstra\u00dfe 26<\/p>\n<p>47445 Moers<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alarmierungsmeldung: Nachforderung des Notarztes durch eine RTW-Besatzung, die auf Veranlassung des prim\u00e4r hinzugezogenen KV-Bereitschaftsarztes den 91-j\u00e4hrigen m\u00e4nnlichen Gast einer Kurzzeitpflegeeinrichtung bei schlechtem Allgemeinzustand ins Krankenhaus transportieren sollen. 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