{"id":1231,"date":"2014-04-02T00:32:24","date_gmt":"2014-04-01T22:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agnnw.de\/?p=1231"},"modified":"2014-04-19T14:42:28","modified_gmt":"2014-04-19T12:42:28","slug":"fuenf-sekunden-fuenf-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agnnw.de\/?p=1231","title":{"rendered":"F\u00fcnf Sekunden &#8211; f\u00fcnf Schritte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"userContent\">2. April 2014 \u25ba<\/span><\/p>\n<p><span class=\"userContent\">Verbessern Sie ab morgen ihre Reanimations-Qualit&auml;t und retten sie mehr Patienten vor dem pl&ouml;tzlichen Herztod!<br \/>\n\t1. Was auch immer passiert: Es darf nicht l&auml;nger dauern als f&uuml;nf Sekunden: Z&auml;hlen Sie mit!<br \/>\n\t2. Arbe<span class=\"text_exposed_show\">iten Sie bei der Herzmassage wie das Boxenstop-Team eines Formel 1 Piloten!<br \/>\n\t3. Defibrillator laden, w&auml;hrend weiter Thoraxkompressionen durchgef&uuml;hrt werden<br \/>\n\t4. Vorab-Sicherheits-Check des Teams vor der Defibrillation<br \/>\n\t5. Keine EKG-Kontrolle nach der Defibrillation: &quot;Achtung Defibrillation &#8211; Kompression fortsetzen!&quot;<\/span><\/span><\/p>\n<p>Unterbrechungen der Thoraxkompression, die sogenannte &quot;No-flow-time&quot;, verschlechtern nicht nur dramatisch den Defibrillationserfolg (1), sie f&uuml;hren auch dazu, dass weniger Patienten den Herz-Kreislauf-Stillstand &uuml;berleben. Dies konnte in mehreren Studien eindrucksvoll gezeigt werden (2,3,4). Alle, die Reanimationen durchf&uuml;hren, m&uuml;ssen wissen, dass ununterbrochene bzw. m&ouml;glichst nur f&uuml;r weniger als f&uuml;nf Sekunden unterbrochene Thoraxkompression, einer der wichtigsten Faktoren f&uuml;r den Erfolg einer Wiederbelebung ist. In der Sekunde, in der die Kompression stoppt, beginnt der Blutfluss in Gehirn und Herzmuskel zusammenzubrechen. Nach f&uuml;nf Sekunden Unterbrechung braucht man dutzende Herzmassagen, um das Ausgangsniveau der Perfusion wieder zu erreichen.<\/p>\n<p>Hier sind f&uuml;nf einfache Schritte (5), mit deren Hilfe Sie ab sofort Ihre Reanimations-Qualit&auml;t verbessern k&ouml;nnen, los geht&#39;s :<\/p>\n<p>1. Was auch immer passiert: Es darf nicht l&auml;nger dauern als f&uuml;nf Sekunden: Z&auml;hlen Sie mit!<br \/>\n\tEKG-Analyse, Glottis-Passage bei der Intubation, Punktion an der Vena jugularis: Alles gut, alles wichtig. Aber: Die Thoraxkompression darf f&uuml;r keine Ma&szlig;nahme l&auml;nger als f&uuml;nf Sekunden unterbrochen werden. Z&auml;hlen Sie laut mit &#8211; sind Sie bei &quot;f&uuml;nf&quot; , lassen Sie die Thoraxkompression fortsetzen. Alles was Sie tun, muss dazu dienen, die Durchblutung von Herz und Hirn aufrecht zu erhalten. Nichts kann wichtiger sein, als das.<\/p>\n<p>2. Arbeiten Sie bei der Herzmassage wie das Boxenstop-Team eines Formel 1-Piloten<br \/>\n\tTauschen Sie den Helfer, der Thoraxkompressionen durchf&uuml;hrt, alle zwei Minuten aus. Gehen Sie in eine aktive Warteposition, bevor Sie die Thoraxkompression &uuml;bernehmen. Knien Sie sich neben den komprimierenden Helfer und legen Sie ihre H&auml;nde bereits ohne Druck neben seine. Lassen Sie die &Uuml;bernahme ansagen: &quot;&Uuml;bernahme bei drei, eins, zwei, drei, &Uuml;bernahme&quot; und &uuml;bernehmen Sie sofort w&auml;hrend Sie zur Seite r&uuml;cken. Keine Pause: Optimal erhaltener Blutfluss. Sie werden es erleben, es klappt wunderbar.<\/p>\n<p>3. Defibrillator laden, w&auml;hrend weiter Thoraxkompressionen durchgef&uuml;hrt werden<br \/>\n\tDiese Methode wird in den Leitlinien 2010 empfohlen aber noch nicht gut genug umgesetzt. Einige weit verbreitete Defibrillatoren brauchen mehr als 8 Sekunden, um von null auf 360 Joule zu laden. Das sind mehr als f&uuml;nf Sekunden, ist also inakzeptabel! Nutzen Sie diese Zeit konsequent f&uuml;r die Kompression aus. Noch schneller werden Sie, wenn Sie den Defibrillator noch vor der EKG-Analyse laden: Dann haben Sie den Strom, wenn Sie ihn brauchen und k&ouml;nnen sofort schocken.<\/p>\n<p>4. Vorab-Sicherheits-Check des Teams vor der Defibrillation<br \/>\n\tDer Sicherheits-Check &quot;Achtung Defibrillation, alle weg vom Patienten!&quot; ist sinnvoll, kostet aber viel Zeit. Sie werden schneller, wenn Sie zun&auml;chst alle, au&szlig;er dem Helfer, der die Thoraxkompression gerade durchf&uuml;hrt, in die Sicherheitsposition gehen lassen: &quot;Defibrillation wird vorbereitet, weg vom Patienten!&quot;. Wenn der Defibrillator bereit ist, dann dient das Kommando &quot;Achtung Defibrillation!&quot; nur noch als Kommando f&uuml;r den komprimierenden Helfer. Diese eine Person kann man bei der Ausl&ouml;sung des Schocks gut im Blick haben und die Kontaktlosigkeit sicherstellen. Resultat: Schnelligkeit und Sicherheit.<\/p>\n<p>5. Keine EKG-Kontrolle nach der Defibrillation: &quot;Achtung Defibrillation-Kompression fortsetzen!&quot;<br \/>\n\tAuch eine Leitlinien-Forderung, deren Umsetzung verbesserungsw&uuml;rdig ist: Das EKG erst nach Abschluss den folgenden Reanimations-Zyklus pr&uuml;fen, nicht direkt nach dem Schock. Die Sekunden, die Sie f&uuml;r einen unmittelbaren &quot;EKG-Blick&quot; nutzen, k&ouml;nnen Sie besser in die Perfusion investieren. Nutzen Sie au&szlig;erdem lieber die Beobachtung von end-tidalem CO2 und Sauerstoffs&auml;ttigung: Anstiege des CO2 und pl&ouml;tzliche Verbesserungen der Pletysmogafie-Kurve helfen Ihnen, einen zur&uuml;ckkehrenden Kreislauf zu erkennen. Stimmen Sie Ihr Team auf diese Vorgehensweise ein, indem Sie laut ansagen: &quot;Achtung Defibrillation&quot;, den Schock ausl&ouml;sen und dabei das Kommando &quot;Kompression fortsetzen!&quot; geben. Dieses Vorgehen ist sicher und &#8211; richtig, es ist schnell!<\/p>\n<p>Probieren Sie es aus oder, noch besser, &uuml;ben Sie die Umsetzung im gemeinsamen Training mit Ihrem Team. Sie werden merken: Es klappt!<br \/>\n\tWenn Sie das &quot;F&uuml;nf Sekunden &#8211; f&uuml;nf Schritte&quot;-Konzept umsetzen, werden Sie mehr Menschen vor dem pl&ouml;tzlichen Herztod retten. Fangen Sie gleich morgen an!<\/p>\n<p>Ihre Meinung, Ihr Kommentar? Nutzen Sie die &quot;Kommentieren&quot;-Funktion und werden Sie interaktiv.<\/p>\n<p>F&uuml;r den Text verantwortlich:<br \/>\n\tDr. Andreas Bohn, M&uuml;nster (stv. Vorsitzender der AGNNW)<\/p>\n<p>Referenzen:<br \/>\n\t1. Edelson D et al. Resuscitation. 2006; 71(2):137-45<br \/>\n\t2. Christenson J et al. Circulation. 2009; 120:1241-1247<br \/>\n\t3. Vaillancourt C et al. Resuscitation. 2011; 82(12):1501-7<br \/>\n\t4. Cheskes S.et al. Circulation. 2011;124:58-66<br \/>\n\t5. Kaiser C. <a href=\"http:\/\/www.lifeunderthelights.com\/\" rel=\"nofollow nofollow\" target=\"_blank\">http:\/\/www.lifeunderthelights.com\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. April 2014 \u25ba Verbessern Sie ab morgen ihre Reanimations-Qualit&auml;t und retten sie mehr Patienten vor dem pl&ouml;tzlichen Herztod! 1. Was auch immer passiert: Es darf nicht l&auml;nger dauern als f&uuml;nf Sekunden: Z&auml;hlen Sie mit! 2. Arbeiten Sie bei der Herzmassage wie das Boxenstop-Team eines Formel 1 Piloten! 3. 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